
✓ Jetzt Bücher Unterhaltungsliteratur online bestellen! im Test 2020 Terror: Ein Theaterstück und eine Rede

Dies ist nun mittlerweile das zweite Buch von Schirach, das ich gelesen habe. 'Der Fall Collini' habe ich nur noch dunkel in Erinnerung.Als hochinteressant empfinde ich die gesamte Thematik, die hier behandelt wird. Es ist wichtig, dass sowohl dem 'Täter' als auch den Opfern eine Stimme gegeben wird, beide Seiten ausgiebig beleuchtet werden. Das Werk als Theaterstück zu präsentieren finde ich ebenso gelungen. Schirachs Sprache ist einfach gehalten, so dass auch Nicht-Juristen problemlos folgen können.Dennoch habe ich Einiges zu bemängeln. Die Figur Koch tritt extrem arrogant auf. Natürlich kann man seine Entscheidung irgendwo nachvollziehen, aber der Weg zu dieser Entscheidung wirkt schlichtweg überhaben. So gerät er bei der Frage wohl nicht umsonst ins Straucheln, ob er denn auch geschossen hätte, wären seine Frau und sein Kind an Board gewesen. Ich weiß nicht, ob diese Arroganz so gewollt war, aber vom Bauchgefühl her war ich, allein von seiner Argumentation her, nicht auf Herrn Kochs Seite.Ein Verweis in Sachen Terrorist und unserem höchsten Gericht, dem Bundesverfassungsgericht, fällt sehr unglücklich ins Auge. Schirach führt an, dass dieses mit seinen Prinzipien einem Terroristen praktisch in die Hände spielt. Kurzum, dieser muss sich eigentlich nur an das Bundesverfassungsgericht halten und kann dann gnadenlos töten. Schirach erwähnt hierbei ein Zitat von Dick Cheney, was einen faden Beigeschmack hinterlässt, berücksichtigt man die waffenwütige USA ganz allgemein. Hinzu schert sich ein Terrorist wohl kaum um eine unserer wertvollsten Instanzen wie das Bundesverfassungsgericht. Weder wird er/ sie sich vor einem Anschlag mit den Statuten eines Landes auseinandersetzen noch irgendwelche moralischen Aspekte reflektieren. Im Falle des islamischen Terrors interessiert ja auch keinen Attentäter, dass er/sie muslimische Glaubensbrüder bei einem geplanten Anschlag ermorden könnte. Hier geht es ausschließlich um die Verbreitung von Terror und das Ausüben von Macht. Moralische und rechtliche Gesichtspunkte bleiben bei Terroranschlägen von seiten der Täter stets außen vor, also unreflektiert. Das Bundesverfassungsgericht spielt damit niemals in die Hände eines Terroristen.Wie andere bereits vor mir muss auch ich hier bemängeln, dass man mit Kant nicht einfach um sich schmeißen darf, wenn man das Gesamtwerk bei den Zuhörern und Lesern nicht unlängs als bekannt voraussetzen kann. Dafür ist Kant schlichtweg zu komplex.Bei 'Terror' handelt es sich um ein schwieriges, aber dennoch sehr interessantes Thema, welches hier aufgegriffen wurde. Mit der Umsetzung hapert es dann allerdings doch ganz deutlich. Ich bezweifele zudem, dass man so einem komplexen Thema mit einer sehr geringen Seitenzahl auch nur halbwegs gerecht werden kann.

Sehr interessantes Buch.War ein Kauf für die Schule und gehört zu den einzigen Büchern die mich wirklich mal mitgerissen haben.Kann man Menschenleben gleichsetzten?Egal ob 1 zu 5 oder 5 zu 100?Tolles Buch.

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