
✓ Jetzt Bücher Weltliteratur online bestellen! im Test 2020 Der Apfelbaum: Roman

Der Schauspieler und Hörbuchsprecher Christian Berkel war mir bereits aus verschiedenen Produktionen bekannt, deswegen war ich sehr neugierig, ob er als Schriftsteller mich auch überzeugen könnte. Ich bin nicht enttäuscht worden, sondern eher sehr positiv überrascht, denn er überzeugt mich in beiden Metiers.Christian Berkel verarbeitet und erzählt in seinem Buch "Der Apfelbaum" seine eigene Familiengeschichte. Er springt dabei zeitlich hin und her, sowie er auch immer wieder andere Protagonisten genauer unter die Lupe nimmt. Dies tat meiner Lesefreude aber keinen Abbruch, denn ich konnte trotzdem gut folgen und immer tiefer in die Geschichte eintauchen. Seine eigene Familie ist ein sehr buntes Potpourri aus Menschen, mit unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft, Glauben, Zielen, Einstellungen und sexuellen Orientierungen. Einige der Familiengeheimnisse hat Christian Berkel im Laufe seiner Recherche aufgedeckt. Seine Familie hat nicht nur in verschiedenen Ländern und Kulturen gelebt, sondern ihm selber und auch dem Leser wird jetzt klar, wie sehr der jüdische Glaube, auch wenn er nicht unbedingt aktiv gelebt wurde, das Leben der Familie geprägt hat.Christian Berkel hat es geschafft, dass ich mich in unterschiedliche Figuren hineinversetzen konnte und ließ mich teilhaben an einem sehr bewegenden Stück Zeitgeschichte. Chapeau!

"Der Apfelbaum" ist ein Buch, das unter die Haut geht. Zunächst dachte ich: schon wieder eine Familiengeschichte, die sich mit dem Dritten Reich auseinandersetzt. Davon gibt es einfach schon zu viele. Jelänger ich aber in Chritian Berkels "Der Apfelbaum" las, desto mehr nahm dieses Buch mich gefangen. Berkel erzählt nüchtern, fast lakonisch, wechselt die Erzählperspektiven und die Zeiten, über die erzählt wird. Dieses Vorgehen geht einher mit einem wirklich glaubwürdigen und berührenden Inhalt. Grandios. Berkel lässt seine Mutter teilweise selber erzählen, teilweise übernimmt er die Perspektive, wenn es ganz tragisch und berührend wird, ein auktorialer Erzähler. Gekonnt richtet er den Fokus auch auf die Nachkriegsgeneration, die oft sorglos und voller Unverständnis mit den Geschehnissen im Dritten Reich umgeht. Dieses gelingt ihm ohne Vorwurf und Pathetik. Was Berkels Familie erlebt hat, ist unfassbar schrecklich. Dieses Buch klingt nach!


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