Wednesday, February 5, 2020

✔ Wir sind das Klima!: Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können


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Vorab zwei Feststellungen, die den Tonus der Rezension für den geneigten Leser von Beginn an besser einordnen lassen sollen:1. Der Klimawandel existiert.2. Der Mensch trägt eine Mitverantwortung für den Klimawandel.Die Einordnung einzelner Buchstellen in den aktuellen Diskurs kann sich jeder gerne nach diesem Fazit vorab durchlesen, denn es gibt einige Aspekte, die auch dem bekannten Bestseller-Autor Jonathan Safran Foer entgangen sind, nicht bekannt waren oder schlicht nicht dem Narrativ des Buches dienten und dessen Umfang gleichermaßen gesprengt hätten.Fazit:Den bekannten Besteller „Tiere essen“ des Autors habe ich bisher nicht gelesen, aber es ist kein Geheimnis, dass der Autor ein starkes inneres Bestreben hat, jegliche Art von Lebewesen auf dem Planeten Erde mit dem gleichen Respekt zu behandeln, wie es seiner eigenen Spezies gebührt. Ein durch und durch humanistischer Gedanke, den der Autor natürlich nicht sich selbst als Erfinder zuteilt, sondern dem bekannten und bereits verstorbenen Physiker Stephen Hawking (S. 240, deutsche Ausgabe). Als Merkmal dient dabei das Vorhandensein eines Bewusstseins, das demnach durch intentionales Verhalten gekennzeichnet ist. An dieser Stelle würden vermutlich viele Verhaltenspsychologen, -biologen und -ökonomen einhaken, aber für den Autor zählt dieses Zitat nur als Vorlage, um im nächsten Absatz den bisweilen oft von Verfechtern einer veganen Lebensweise (siehe z.B. der Internetauftritt von „ProVegan“) abstrusen Vergleich heranzuziehen, wie wohl eine außerirdische Spezies, die uns Menschen überlegen ist, mit uns umginge. Würden wir uns nicht wünschen, dass wir mit eben diesem Respekt behandelt werden? Natürlich würden wir das, doch dieser Vergleich ist genauso wenig hilfreich, wie die an mehreren Stellen metaphorisch schön erzählten „Was-Wäre-Wenn-Vergleiche“ mit den zivilen Anstrengungen der amerikanischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg an der „Heimatfront“ und was wäre, wenn es diese nicht gegeben hätte: die Weltherrschaft der Nazis, die Auslöschung der Juden und die Schlussfolgerung „Würde es uns dann überhaupt noch geben, würden wir die kollektive Unwilligkeit, Opfer zu bringen, rückblickend ebenso ungeheuerlich betrachten, wie den Krieg selbst“ (S. 242). Angesichts des Klimawandels und der menschheitsgegebenen Unfähigkeit alles Erdenkliche zu tun, um dessen schlimmste Auswirkungen noch zu verhindern, ist dann gleich die Rede von „Massenselbstmord“ und es wird einfach die Behauptung aufgestellt: „Wir bringen uns um, weil die Entscheidung für den Tod bequemer ist als die für das Leben“. Der Autor wechselt sehr gekonnt zwischen diesem fatalistischen Weltuntergangsnarrativ und der Sachebene, wo er im Gegensatz zu anderen Autoren und Aktivisten differenziert „dass es nicht der Planet ist, den wir retten wollen. Wir wollen das Leben auf dem Planeten retten, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen“ (S. 233) und dass es auch nicht unmittelbar zum Massenselbstmord kommt. Vielmehr „wird das extreme Wetter uns zu Umsiedlungen zwingen, unsere Küsten werden unbewohnbar sein und die Wirtschaft wird zusammenbrechen. Es wird zu bewaffneten Konflikten kommen, die Nahrungsmittelpreise werden in die Höhe schnelle, Wasser wird rationiert werden, die Zahl der durch Umweltverschmutzung entstehenden Erkrankungen wird sprunghaft ansteigen, Moskitos werden sich ausbreiten. Außerdem werden sich Traumata auf unsere Psyche auswirken: das Getrenntsein von der Familie bei extremen Wetterereignissen, das Zurücklassen alternder Eltern an den von Dürren oder Überschwemmungen gebeutelten Orten, um Kindern ein weniger mühsames Leben zu ermöglichen, und der Kampf um Ressourcen, der erbitterter und weniger zivilisiert als je zuvor geführt werden wird“ (S. 215f). Der Autor ist studierter Literaturwissenschaftler, er ist kein Naturwissenschaftler. Das bedeutet nicht, dass er sich nicht über naturwissenschaftliche Phänomene, wie den Klimawandel äußern darf, doch entgehen ihm einige maßgebliche Zusammenhänge, wenn es um die Einordnung der unterschiedlichen Einflussfaktoren auf den Klimawandel geht, wenn er bekanntermaßen die Landwirtschaft als den oder einen Hauptverursacher des Klimawandels sieht (S. 111f). Wenngleich er sich redlich bemüht die Sachverhalte bis ins Detail mit diversen Experten abzuklären und den gesamten zweiten Buchteil (ab S. 89ff) darauf verwendet, Fakten über den Klimawandel zu liefern, so verleihen in den restlichen Buchteilen die persönlich, in großem Maß durch die Holocaust-Erfahrungen seiner Familie, geprägten Anekdoten über Moral, Vernunft, Mut, Resignation und viele andere menschliche Charakterzüge der Faktenlage immer wieder eine destruktive Unschärfe. Das Storytelling nimmt dadurch freilich keinen Schaden und all das macht das Buch auch gut lesbar, aber es ist und bleibt damit ein sehr subjektiver und mächtiger Narrativ, der sicher einiges an Überzeugungskraft entfaltet. Er ist eben ein Literat und so bereitet er den Leser auf S. 24 auch schon auf das Drehbuch des Buches vor: „Geschichte wird im Nachhinein zu einer guten Story, und gute Storys werden zur Geschichte. Hinsichtlich des Schicksals unseres Planeten – und damit des Schicksals der Menschheit – ist das ein echtes Problem“. Wie das journalistische und literarische Storytelling inklusive Al Gore (der sich 1989 auch schon in einem New York Times Artikel des Holocaust-Klimawandel-Vergleiches bediente) und geltungsbewussten Klimaforschern auch maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Klimadebatte aus dem Ruder gelaufen ist, lässt sich für Interessierte sehr gut im Beitrag „Der lange Kampf ums Klima“ im Wirtschaftsmagazin „brandeins“ nachlesen (einfach mal googeln, kostenlos verfügbar). Letztlich offenbart sich der Autor ehrlich und transparent im vierten Buchteil „Gespräch mit der Seele“ (ab S. 167ff). Auch er selbst ist in einem inneren Konflikt gefangen, was er als einzelner ausrichten kann, wenn doch alle und alles andere so weiter machen und weiterläuft wie bisher, schlicht deshalb, weil die Gefahren des Klimawandels noch in weiter Ferne scheinen. Sein Tipp: keine tierischen Lebensmittel vor dem Abendessen (S. 198). So soll der von ihm ausgemachte Hauptverursacher des Klimawandels durch den Einfluss der Konsumenten unmittelbar in seiner Wirkung reduziert werden. Im zweiten Kapitel wird zuvor auch die Diskussion um die korrekte Bilanzierung der Klimakontingente aufgegriffen, die den Einfluss der Nutztierhaltung mal auf 14,5 und mal auf über 50 Prozent taxiert (S. 112 und Hintergrundinformationen zu den großen Zahlendifferenzen gibt es ab S. 165ff). Dazu später noch mehr, doch dieses Zahlenspiel liefert den Ansatzpunkt für die praxisnahe Empfehlung vor dem Abendessen keine tierischen Lebensmittel zu essen (S. 79, S. 198). Und dass diese Empfehlung auch gesünder sei (S. 189). Er selbst war auch seit seinem Buch „Tiere essen“ trotz dem Bestreben Veganer, aber zumindest Vegetarier zu werden/sein, immer wieder mehrmals im Jahr dem Reiz des Fleisches erlegen, was er in dem Buch zugibt und wofür er sich schämt (S. 79ff, S. 182). Das ist mutig für einen Autor, der sich noch zuvor ein hohes Ziel und eine ethische Grundsatzentscheidung gesetzt hat und zur eigenen „Schwäche“ steht. Genauso mutig ist, dass er zu den vier wirksamsten Maßnahmen gegen den Klimawandel, die jeder Einzelne ergreifen kann, neben pflanzlicher Ernährung, weniger Flugreisen und Autoverzicht auch weniger Kinder kriegen zählt (S. 114f). Letzteres wäre durchaus auch einmal ein Buch aus seiner Feder wert. Fazit: Insgesamt ist das Buch ein lesenswerter Debattenbeitrag, wenn es ums Wachrütteln geht. Bei Einordnung der genannten Fakten in den größeren Zusammenhang allerdings wird die dadurch vermutlich geschürte Panik eher dazu führen, dass eilige Entscheidungen und Aktionismus entstehen, die das Problem eventuell eher verschlimmern. Denn eine wirkliche Lösung kann derzeit kein Industriesektor anbieten. Eine spürbare Entlastung wird es erst geben, wenn die Weltbevölkerung wieder abnimmt.Stellen im Buch, die man sich mal näher ansehen kann:S. 17: Zucker, Kaffee und Butter sollen Grundnahrungsmittel sein: Sind es selbstverständlich nicht. Es ist eine Zutat, ein Genussmittel oder ein Fett. Der Autor hat sicher eine andere Vorstellung davon, was ein Grundnahrungsmittel ist, aber in Kriegs- oder Krisenzeiten werden zur Sicherung der Versorgung gerade die Lebensmittel rationiert, die sonst schnell als Schwarzmarktwährung gelten oder überlebenswichtig sind. Die genannten Lebensmittel sind an sich nicht überlebenswichtig, da entweder abkömmlich oder ersetzbar. Sie hier als Beispiel für Grundnahrungsmittel zu nennen ist zwar nur ein kleiner Kunstfehler, soll aber auf den nächsten Punkt hinführen und verzerrt daher den Kontext, der sich um das rational notwendige Einsparen von Lebensmitteln dreht.S. 17: „Teilt das Fleisch“-Kampagne der US-Regierung 1942 auf 1 kg wöchentlich: Aufs Jahr hochgerechnet landet man so bei 52 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr. Derzeit verbrauchen Deutsche rund 60 Kilogramm Fleisch im Jahr pro Kopf und das ziemlich konstant seit 20 Jahren. Aus Gründen der Gesundheit empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung pro Woche zwischen 300 und 600 Gramm Fleisch und Fleischprodukte zu verzehren. Dann lägen wir also eher bei max. 31 Kilogramm, was im Durchschnitt bereits der Fall ist (Wichtig: Konsum und Verzehr ist nicht dasselbe: Verzehr ist das, was wir wirklich essen, der Konsum oder Verbrauch schließt alle Teile des Tiers ein, die für den Konsum erzeugt wurden, auch Knochen, Haut und Verluste). Unter Nachhaltigkeitsbetrachtungen liegen die 300 Gramm laut der Lancet EAT-Kommission in der richtigen Größenordnung, das wären 15 Kilogramm im Jahr. Das Beispiel ist also kaum geeignet, um die Notwendigkeit der Reduktion des Fleischkonsums aufgrund von rationalen Überlegungen zu demonstrieren, wie der Kriegsvergleich es generell nicht ist.S. 53: Das Truthuhn-Paradoxon der 46 Millionen Truthähnen an Thanksgiving: Hier hat der Autor absolut Recht, auf Kommando würden wohl nicht an einem Tag 46 Millionen Truthähne verkauft werden. Das kollektive Verhalten durch Tradition und Gewohnheit, Wünsche und Sehnsüchte ist ausschlaggebend. Gleiches gilt aber für sämtliche Konsummuster. Wohl kaum würden Milliarden Menschen in den vier Wochen vor Weihnachten auf Kommando Kleidung, Fahrräder, Elektronik, Bücher usw. kaufen. Nur den Fleischkonsum zu betrachten, greift deutlich zu kurz.S. 85: „In Sachen Klimawandel haben wir uns auf gefährlich falsche Informationen verlassen“: das Wort „gefährlich“ impliziert, dass hier falsche Informationen zu einer Gefahr für uns werden. Fakt ist, dass weder die Prognosen des Weltklimarates noch die von NGOs und erst recht nicht von Greta Thunberg eine gesicherte Trefferwahrscheinlichkeit besitzen. Der IPCC wurde erst Ende der 80er Jahre gegründet und passt seine Prognose regelmäßig an. Manche Medien und Klimaaktivisten deuten sie als absolute Wahrheit um. Es sind aber Prognosen mit einer Fehlererwartung, nicht absolute Vorhersagen. Gefährlich werden diese Informationen dann, wenn sie für Panikmache missbraucht werden.S. 85: „Dieses Buch ist … [keine] kategorische Verurteilung des Verzehrs von Tierprodukten“: Dann wäre es angemessen auch das gesamte Konsumverhalten zu hinterfragen, was ist zum Beispiel mit Fast-Fashion?S. 93: Der Mensch ist für 100 Prozent der globalen Erwärmung seit 1750 verantwortlich: Diese Aussage ist so nicht belegbar, laut Hans von Storch, der als Mitentwickler der Vorhersagemodelle des IPCC gilt und deren Fehlerhaftigkeit nicht verschweigt (da es wie gesagt Modelle sind, siehe Interview im SPIEGEL 43/19), befindet sich die Erde immer noch im „Aufwärmungsprozess“ nach der letzten Eiszeit. Der menschengemachte Anteil ist noch schwieriger rückverfolgbar und erst recht nicht bis 1750. Obwohl es schon seit 1881 Temperaturaufzeichnungen in Deutschland gibt, fehlen weltweite Daten, um solche Behauptungen aufzustellen. Vor 950 Jahren waren die Temperaturen bereits einmal so hoch wie heute, ohne den Einfluss des Menschen. Das bedeutet, ein natürlicher Einfluss ist auch nicht zu 100 Prozent auszuschließen.S. 99: „Amerikaner nehmen im Schnitt doppelt so viel Eiweiß zu sich wie empfohlen“: Das ist korrekt. Auch in Deutschland nehmen wir bereits 50% mehr Eiweiß auf als notwendig, siehe Nationale Verzehrstudie. Durch den Boom der Eiweißpulver nehmen manche sogar mehr als das Dreifache der Empfehlung auf. Das liegt aber wieder nicht am Fleisch oder an der Milch, sondern an fehlgeleiteten Marketingkampagne für Protein-Supplements.S. 110: „Nutzvieh ist die größte Methanquelle überhaupt“: Dies ist korrekt, allerdings unterschlägt der Autor hier, dass der weltweite Reisanbau ebenfalls zu 10 Prozent der Emissionen der weltweiten Landwirtschaft beiträgt, durch Methan. Die Nutztierhaltung zu 14,5 Prozent aller Emissionen nach der gleichen Bilanzierung. Ein nicht so großer Unterschied, aber warum ist Reis kein Thema, wenn es um das Klima geht? Die Milchviehhaltung verursacht übrigens nur 3 Prozent der weltweiten Emissionen und in Deutschland liegt der Anteil der Landwirtschaft gesamt laut Umweltbundesamt bei gerade einmal 7 Prozent aller Emissionen. Für deutsche Leser also die Botschaft: Seit 1990 hat die Landwirtschaft in Deutschland bereits von19 Prozent auf 7 Prozent Anteil reduziert. Der Verkehr hingegen so gut wie gar nicht…Essen müssen wir immer, Autofahren müssen wir sicher auch, aber nicht immer.S. 112: Nutzvieh ist für 51% der weltweiten Emissionen verantwortlich: Diese Zahl entstammt einem anderen Bilanzierungsansatz, den der Autor im Anhang näher erklärt. Es werden auch die treibhausgasspeichernden Eigenschaften eingerechnet, die durch den Anbau von Tierfutter verlorengehen, wenn dort vorher Wälder standen. Korrekt wäre es jedoch auch sämtliche anderen Industriesektoren so zu bilanzieren, was jedoch nicht erfolgt ist. Es ist eine einfache Hochrechnung allein für die Nutzierhaltung. In einer Gesamtbilanz aller Industriesektoren würde relativ der Anteil deutlich geringer ausfallen.S. 148: Was alles passieren müsste: Hier zählt der Autor auch mal ein paar andere Wirtschaftssektoren und Maßnahmen auf, wo wir etwas bewegen müssten. Von fossilen auf erneuerbare Energiequellen umstellen, Kühlgeräte mit FCKWs abschaffen, Bäume pflanzen, weniger fliegen, weniger mit dem Auto fahren, landwirtschaftliche Produktionsmethoden verbessern, weniger Lebensmittel verschwenden und, natürlich, weniger tierische Lebensmittel konsumieren. Warum sonst im Buch immer nur die Ernährung im Mittelpunkt steht?S. 153: „Die Zukunft der Landwirtschaft und Ernährung muss der Vergangenheit ähnlich werden“: Diese schöne Umkehr der Verhältnisse hört sich zwar gut an, aber es müsste schon etwas präziser sein. Ende der 50er Jahre gab es noch in China eine der größten Hungersnöte der Neuzeit mit über 30 Millionen Toten. Erst mit der für den Anstieg der Treibhausgase mitverantwortlichen industriellen Landwirtschaft konnten Hungerepidemien zunehmend eingedämmt werden. So ist dieser Satz nicht mehr als eine Phrase.S. 159: „Millionen von Leben mögen in Gefahr sein, weil wir zu viel essen, aber das Leben jedes einzelnen Menschen ist in Gefahr, weil wir zu viele tierische Produkte essen.“: Auch hier vereinfacht der Autor zu sehr auf den Konsum tierischer Produkte, gerade in armen Ländern führen erst tierische Produkte dazu, dass die Kindersterblichkeit sinkt und die Lebenserwartung steigt. Zu diesem Schluss kommt der Autor übrigens auch auf S 198 selbst. Millionen Leben sind in Gefahr, weil wir schlicht zu viel essen.S. 177: „Das Gegenteil von jemandem, der viele tierische Produkte konsumiert, ist jemand, der beim Konsum tierischer Produkte Maß hält.“: Dies ist schon eine mildere Definition, mit der man sich rational anfreunden kann, ohne in Panik zu verfallen.S. 183: „Manche Menschen beschließen irgendwann, vegan zu leben, und bleiben dann dabei“: Das trifft im seltensten Fall zu, in Deutschland max. 1 Prozent. Weltweit sogar weniger…S. 189: „es ist fast mit Sicherheit gesünder für uns, wenn wir uns hauptsächlich pflanzlich ernähren“: Für diese Aussage existiert keine wissenschaftliche Begründung. Eine ausgewogene Ernährung, die auch täglich Milch und Milchprodukte einschließt sowie etwas Fleisch ist laut der Global Burden of Disease Study von 2019 eine gesunde Ernährung.S. 191: „Bangladesch ist zufällig eines der vegetarischsten Länder der Erde; der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch liegt bei etwa vier Kilo pro Jahr“: CO2 pro Kopf bei 0,29 Tonnen: Der geringe Fleischkonsum liegt wohl kaum an einer rationalen Entscheidung für das Vegetariertum und der niedrige CO2-Abbdruck nicht an einer besonderen Umweltpolitik. Das Land ist bettelarm, die Menschen können sich Milch und Fleisch gar nicht in den Mengen leisten, der Industriesektor ist auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Wie kann der Autor, der sich als intellektuell beschlagen anpreist und in den Feuilletons dieser Welt hochgejubelt wird, mit solch einem Vergleich (Mangelernährung betrifft immerhin 15% der Bevölkerung) sein Plädoyer für den Verzicht auf tierische Produkte untermauern? Die Menschen in Bangladesch wären froh, wenn sie mehr tierische Lebensmittel zur Verfügung hätten.S. 193: „ganz zu schweigen von den Kosten, die durch die Vorbeugung gegen Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Krebs eingespart werden – all diese Erkrankungen werden durch den Konsum tierischer Produkte begünstigen“: Auch das ist eine Behauptung ohne jede Grundlage. Die genannten Erkrankungen sind Folge von Überernährung durch Fehlernährung, jedoch nicht aufgrund von tierischen Lebensmitteln an sich. Hier spielt der Autor selber mit „gefährlichen Informationen“, denen der unbedarfte Leser aufsitzt.S. 195: „[tierische Produkte sind] mehr als generell und mehr als schlecht [für die Umwelt]“: eine Phrase, denn in einer ökologischen Kreislaufwirtschaft haben auch Nutztiere ihren Platz.S. 198: Studie aus Nature 2018 kommt zu dem Ergebnis, dass „in Armut lebende Menschen rund um den Globus zwar tatsächlich etwas mehr Fleisch und Milchprodukte zu sich nehmen könnten“, der Durchschnitt aber auf eine pflanzliche Ernährung umstellen muss, um schwerwiegende und irreversible Umweltschäden zu vermeiden: eine rein pflanzlicher Ernährung wäre eine vegane Ernährung. Für den Großteil der Bevölkerung und erst recht für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Schwangere wäre eine solche Ernährung egal wo auf der Welt nicht empfehlenswert. Eine ausgewogene Ernährung mit reduzierten Fleischkonsum wäre völlig ausreichend. 







Wenn eine Gefahr für uns nur abstrakt genug ist, werden wir sie ignorieren und unweigerlich in die Katastrophe steuern. Dieses Buch ist allerdings in der Lage, uns die Augen zumindest ein Stück weit zu öffnen. Ich hoffe, dass es auch in der Lage ist, mein Verhalten vielleicht ein kleines Stückchen zu verändern. Denn genau das könnte die Welt retten. Ich halte dieses Buch für eines der wichtigsten Bücher, die ich in meinem Leben gelesen/gehört habe. 





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